Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit. Neben Vorfreude und Vorbereitung aufs Baby stehen jedoch auch einige organisatorische und bürokratische Aufgaben an. Wer sich frühzeitig darum kümmert, spart später Nerven, Zeit und oft auch Geld. In diesem Artikel findest du eine übersichtliche Checkliste mit den wichtigsten To-Dos vor der Geburt, verständlich erklärt und praxisnah.
Warum frühe Planung so wichtig ist
Viele Anträge und Fristen rund um Geburt, Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit sind gesetzlich geregelt. Wer sie verpasst oder fehlerhaft ausfüllt, riskiert finanzielle Einbußen oder unnötige Verzögerungen. Gerade werdende Eltern haben im Alltag ohnehin genug um die Ohren, deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Schritte rechtzeitig einzuplanen.
1. Medizinische und organisatorische Grundvorbereitung
Eine der ersten Aufgaben nach dem positiven Schwangerschaftstest ist die medizinische Betreuung zu organisieren. Dazu gehört die Bestätigung der Schwangerschaft, die erste Vorsorgeuntersuchung und die Ausstellung des Mutterpasses. Diese Termine bilden die Grundlage für die gesamte medizinische Begleitung während der Schwangerschaft.
Genauso wichtig ist es, frühzeitig eine Hebamme zu suchen. In vielen Regionen sind Hebammen stark ausgelastet, weshalb es sinnvoll ist, sich bereits in den ersten Schwangerschaftswochen zu kümmern. Auch Geburtsvorbereitungskurse sind oft schnell ausgebucht und sollten nicht zu spät angefragt werden
Im Verlauf der Schwangerschaft folgen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, mehrere Basis Ultraschalle, der Test auf Schwangerschaftsdiabetes sowie gegebenenfalls CTG Termine in den letzten Wochen vor der Geburt.
Im zweiten und dritten Trimester rückt die Geburt immer näher. In dieser Phase geht es darum, die passende Klinik oder gegebenenfalls ein Geburtshaus auszuwählen und die Geburtsanmeldung vorzunehmen. Auch der Geburtsvorbereitungskurs wird jetzt meist besucht und der Rückbildungskurs kann bereits vorab organisiert werden.
Spätestens in den letzten Wochen vor der Geburt solltest du deine Kliniktasche packen und alle wichtigen Dokumente griffbereit haben, damit im entscheidenden Moment nichts fehlt.
2. Arbeit, Familie und rechtliche Themen
Im ersten Trimester stellt sich die Frage, wann und wie du deinen Arbeitgeber informierst. Du bist rechtlich nicht verpflichtet, dies sofort zu tun, dennoch bringt eine frühzeitige Kommunikation häufig Vorteile für die Arbeitsplanung und den Mutterschutz.
Parallel lohnt es sich, früh erste Gespräche mit deinem Partner oder deiner Partnerin über die Aufteilung der Elternzeit zu führen. Wer übernimmt wann welche Verantwortung, wie soll die Care Arbeit verteilt werden und welche finanziellen Auswirkungen hat das auf euren Alltag. Diese Überlegungen sind eine wichtige Grundlage für alle weiteren Anträge.
Mutterschutzfristen & Mutterschaftsgeld
Der Antrag auf Mutterschaftsgeld wird etwa sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bei der Krankenkasse gestellt. Dafür benötigst du eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin.
- Mutterschutzfrist: 6 Wochen vor ET und 8 Wochen ab Geburt, bei Frühgeburten und Mehrlingen gilt eine verlängerte Mutterschutzfrist nach der Geburt
- Mutterschaftsgeld: bei der Krankenkasse beantragen, 7 Wochen vor dem ET
Rechtliches bei unverheirateten Paaren
Falls ihr nicht verheiratet seid, könnt ihr wichtige Schritte bereits vor der Geburt erledigen.
- Vaterschaftsanerkennung: möglich vor der Geburt beim Jugendamt oder Standesamt
- Sorgeerklärung: ebenfalls vor der Geburt möglich, wenn gewünscht
Auch ein strukturierter Ordner für alle Unterlagen rund um Schwangerschaft, Geburt und Anträge ist hilfreich. So behältst du jederzeit den Überblick über wichtige Dokumente und Fristen.
3. Elterngeld und Elternzeit
Ein zentraler Punkt in der Vorbereitung ist die finanzielle Planung für die Zeit nach der Geburt. Die Elternzeit ist rechtlich vom Elterngeld getrennt und muss separat angemeldet werden.
Elternzeit planen und richtig anmelden
- Wo: Beim Arbeitgeber (Textform genügt für Geburten ab dem 01.05.2025)
- Wann: Spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit
- Wichtig: Der Zeitraum muss verbindlich für die ersten zwei Jahre angegeben werden
Elterngeld planen und Antrag vorbereiten
Auch der Elterngeldantrag selbst sollte bereits vor der Geburt vorbereitet werden, damit er nach der Geburt schnell und korrekt eingereicht werden kann. Wer hier rechtzeitig plant, kann die verfügbaren Monate optimal aufteilen und finanzielle Nachteile vermeiden.
Stellt euch bei eurer Planung folgende Fragen:
- Wie werden die Monate zwischen den Eltern aufgeteilt
- Wann und mit wie vielen Stunden möchtet ihr wieder in den Beruf einsteigen
- Welche Elterngeldform passt zu euch: Basiselterngeld, ElterngeldPlus oder Kombination
- Passt der Partnerschaftsbonus zu euch
Der Elterngeldantrag ist oft die größte Hürde nach der Geburt. Unsere Elterngeld App macht es dir einfach: Du bekommst einfache Fragen im Chat gestellt, sodass du deinen Antrag ganz bequem von überall aus starten. Damit du mehr Zeit für das Wesentliche hast: deine Familie.
Nach der Geburt: Diese Anträge kommen direkt
Auch wenn der Fokus hier auf der Zeit vor der Geburt liegt, lohnt es sich, diese Punkte bereits einzuplanen:
- Geburtsurkunde beantragen (innerhalb 4 Wochen nach Geburt)
- Kindergeld beantragen
- Elterngeldantrag einreichen (nur rückwirkend für 3 Lebensmonate möglich)
- Kind bei der Krankenkasse anmelden
In dem Partnerartikel von LiloPlus erfährst du welche Bürokratischen To-Do’s nach der Geburt auf euch zu kommen.
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4. Deine Checkliste bis zur Geburt
Die Schwangerschaft ist eine emotionale Reise, aber leider auch eine bürokratische. Damit du zwischen Ultraschallterminen und Nestbau nicht den Überblick verlierst, haben wir die wichtigsten To-dos für dich sortiert.
1. Trimester: Das Fundament legen (SSW 1–12)
- Hebammen-Suche: Starte sofort, die Plätze sind oft schnell weg.
- Mutterpass & Vorsorge: Schwangerschaft bestätigen lassen und einen festen Ordner für alle Unterlagen anlegen.
- Job & Kasse: Arbeitgeber offiziell informieren (Mutterschutz) und Krankenkasse über den Status in Kenntnis setzen.
- Strategie-Talk: Erste Gedanken zur Aufteilung von Elternzeit und Care-Arbeit im Alltag austauschen.
2. Trimester: Die Organisations-Phase (SSW 13–28)
- Vorsorge-Check: Regelmäßige Termine wahrnehmen (jetzt alle 4 Wochen) und Test auf Schwangerschaftsdiabetes durchführen.
- Kurs-Planung: Anmeldung für Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse.
- Rechtliches (unverheiratet): Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung beim Jugendamt erledigen.
- Zukunft: Erste Gedanken zur finanziellen Absicherung des Babys.
3. Trimester: Der Endspurt (SSW 29–Geburt)
- Engmaschige Vorsorge: Ab der 32. SSW finden die Termine alle 2 Wochen statt (ggf. mit CTG).
- Geburtsanmeldung: Zwischen SSW 34–36 die Geburtsplanung in der Wunschklinik oder im Geburtshaus abschließen.
- Mutterschaftsgeld & Elternzeit: Anträge bei der Krankenkasse stellen und die 7-Wochen-Frist für die Elternzeit beim Arbeitgeber wahren.
- Elterngeld-Vorbereitung: Den Antrag so weit wie möglich vorbereiten, um das Wochenbett stressfrei zu halten.
- Logistik: Kliniktasche packen, Kinderarzt suchen und Kitaplatz-Anmeldung prüfen.
5. Fazit: Früh planen, entspannt starten
Die Bürokratie vor der Geburt wirkt auf den ersten Blick umfangreich, lässt sich aber gut bewältigen, wenn du sie Schritt für Schritt angehst. Besonders Elterngeld und Elternzeit spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie bestimmen maßgeblich eure finanzielle Sicherheit und eure gemeinsame Familienzeit.
Mit Elterngeld Buddy kannst du deinen Anspruch zuverlässig berechnen, Fehler im Antrag vermeiden und sicherstellen, dass du keine Fristen verpasst. So bleibt mehr Zeit und Energie für das, was wirklich zählt: dein Baby und euren neuen Alltag als Familie.